Am Apparat  

Frau Feigl, mag Bundeskanzler Werner Faymann Twitter nicht?

Telefonkolumne

Politik | aus FALTER 43/11 vom 27.10.2011

Am Nationalfeiertag startet Werner Faymann auf Facebook. Schon vorab wurde der Webauftritt des Kanzlers zum Gesprächsthema. Warum braucht Faymann dafür mehrere Mitarbeiter? Warum meidet er Twitter? Angelika Feigl, Social-Media-Beauftragte des Kanzlers, antwortet.

Frau Feigl, warum braucht der Kanzler sieben Mitarbeiter auf Facebook?

Es sind insgesamt neun Mitarbeiter, nicht sieben. Die betreuen nicht nur Facebook, sondern mehrere Kanäle: eine neue Webseite, eine App für iPhone und Android, die Facebook-Seite und twittern wird das Team auch noch. Die Leute sind aber nicht nur für Social Media verantwortlich, sondern machen das zusätzlich zu ihren anderen bisherigen Aufgaben im Bundeskanzleramt.

Was machen diese Mitarbeiter genau? Der eine drückt den Gefällt-mir-Knopf, der andere antwortet auf Postings?

Nein, jeder macht alles. Wir haben einen Dienstplan erstellt, der genau sagt, wann wer zuständig ist.

Warum kostet das Ganze 200.000 Euro?

Die Kosten liegen eindeutig unter 200.000 Euro. Es handelt sich um einmalige Startkosten für die Webseite und die Smartphone-App. Laufende Kosten sind geringfügig, weil ja das bestehende Team es betreut.

Noch bevor der Kanzler loslegt, gibt es schon eine Parodie auf Twitter und Facebook namens "Werner Failmann“.

Diesen Fake-Account gibt es schon länger auf Facebook. So ist das eben: Comedy und Satire laufen nicht nur im Fernsehen, sondern auch im Web.

Fürchten Sie sich, dass Ihnen das Imitat das Wasser abgräbt?

Nein, wir werden noch sehen, wer wem das Wasser abgräbt. Wir fühlen uns jedenfalls nicht bedroht.

Der Kanzler wird nicht auf Twitter, sondern nur auf Facebook selbst schreiben. Mag er Twitter nicht?

Aber nein! Wir sehen uns jetzt einmal Facebook an, das hat 2,6 Millionen User in Österreich, Twitter hat nur 59.000. Vielleicht kommt Twitter dann in der zweiten Stufe.

Interview: Ingrid Brodnig


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