Das Böse im Land der Gutmenschen

Politik | Spurensuche und Fotos: Ingrid Brodnig / Oslo | aus FALTER 43/11 vom 27.10.2011

100 Tage nach den Anschlägen: Wie geht Norwegen mit dem Trauma von Utøya um? Gibt es nun wirklich mehr Offenheit?

Lagerfeuerromantik, Kameradschaft, Idealismus. Die Augen des jungen Mannes glänzen, wenn er von Utøya spricht. Eine Insel, 40 Kilometer von Oslo entfernt, auf der Jugendliche jeden Sommer fünf Tage lang campieren. In Zelten schläft der Nachwuchs der norwegischen Arbeiterpartei, Mitglieder der sozialdemokratischen Jugendorganisation AUF (Arbeidernes Ungdomsfylking). Tagsüber diskutieren die jungen Menschen über die Zukunft, die sie gestalten wollen, abends feiern sie das Hier und Jetzt. "Utøya war immer auch ein Ort, an dem man neue Freunde kennenlernt, vielleicht den eigenen Freund oder die Freundin“, sagt Vegard Grøslie Wennesland. Dieses idyllische Utøya gibt es nicht mehr. Es wurde ausgelöscht. Am 22. Juli 2011 betrat Anders Behring Breivik, 32, die Insel und tötete 69 Menschen, zuvor hatte er eine Bombe im Osloer Regierungsviertel gezündet und acht weitere


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