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Bücher, kurz besprochen

Politik | Nina Horaczek | aus FALTER 43/11 vom 27.10.2011

Gepfefferte Geschichte

Seit mehr als 4000 Jahren wird der Pfeffer vom Menschen kultiviert, er landete in den Speisetöpfen der Ägypter und der Römer und kam ab 500 nach Christus mit persischen Händlern nach Europa. Bis heute werden weltweit 20 bis 30 Prozent der gesamten Einnahmen des Gewürzhandels mit dieser einzigen Zutat erzielt.

Nathalie Pernstich-Amend und Konrad Pernstich ist mit "Pfeffer. Rezepte und Geschichten um Macht, Gier und Lust“ ein spannendes Buch gelungen, das den Pfeffer als Machtinstrument und historischen Globalisierungsbeschleuniger mit mindestens ebenso aufregenden Kochrezepten verbindet. Da treffen Basilikum-Pfeffer-Eis und Südindisches Pfefferhuhn auf den Aufstieg Venedigs zur mittelalterlichen Handelsmetropole, da segelt Balthasar Sprenger aus Telfs 1502 auf der "Lionarda“ zum Pfefferhandel Richtung Indien. Länder wie Vietnam, das 1999 Indien als größten Pfefferproduzenten ablöste, Brasilien, Indonesien und China zählen heute zu den Hauptexporteuren.

Dass die Rezepte interessant und außergewöhnlich sind, verspricht der Name der Autoren - schließlich gründete Nathalie Pernstich-Amend 2002 die Kochbuchhandlung "Babette’s“ beim Naschmarkt und 2008 "Babette’s Gewürzmanufaktur“ in der Wiener Innenstadt. Zum guten Geschmack bietet das Buch auch sehr viel Geschichte und Botanisches rund um die Pfefferpflanze und den falschen Pfeffer. Sowie die Erkenntnis, dass selbst kleinste Körner die Welt verändern können.

Nathalie Pernstich-Amend, Konrad Pernstich: Pfeffer. Rezepte und Geschichten um Macht, Gier und Lust. Mandelbaum, 272 S., € 24,90


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