Nachgesehen  

Politik | Helene Voglreiter | aus FALTER 43/11 vom 27.10.2011

Ein Wiener Schauplatz, an dem kleine oder große Politik stattfindet

Nach Gaddafi: Totenstille vor der libyschen Botschaft in Wien

Der libysche Ex-Diktator Muammar al-Gaddafi ist tot. Während die Demonstranten in Tripolis und Misrata jubelnd durch die Straßen ziehen, wirkt die libysche Botschaft in Wien wenige Stunden nach der offiziellen Bestätigung von Gaddafis Tod verlassen. Die vornehme Villa im 19. Bezirk ist von hohen Laubbäumen und einem abweisenden Eisenzaun umgeben. Aus dem Springbrunnen vor der Tür fließt kein Wasser mehr. Eine junge Passantin eilt vorbei, Kopfhörer mit Musik an den Ohren: "Was, der Gaddafi ist tot?“ Ein älterer Mann radelt vorbei: "Ich wünsche niemandem den Tod, aber Gaddafi selbst ging auch nicht gerade zimperlich damit um“, sagt er. Lediglich die Flagge auf dem Fahnenmast zeugt vom Triumph der Rebellen. Bereits im Februar, als die Aufstände in Libyen gerade anrollten, holten Exil-Libyer die grüne Gaddafi-Fahne vor der Wiener Botschaft ein und hissten stattdessen die rot-schwarz-grüne Königsflagge mit Stern und Halbmond.


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