Technik  

Wie Blackberry allmählich den Anschluss verliert

Dinge, die uns brauchen

Medien | Prüfbericht: Thomas Vasek | aus FALTER 43/11 vom 27.10.2011

Blackberry-Hersteller "Research in Motion“ (RIM) geht es bekanntlich nicht so gut. Die Umsätze sinken, das Tablet "Playbook“ floppt - und kürzlich fielen auch noch die Blackberry-Server für halb Europa aus. Blackberrys galten einmal als Inbegriff des Businesshandys, und auch technologisch war man weit vorn, etwa bei Push-Mail und der Kombination von Sprachtelefonie und Datendiensten. Für Kommunikation und Büroanwendungen gab es lange Zeit nichts Besseres. Gute bis sehr gute Geräte baut RIM immer noch, aber es fehlt an neuen, durchschlagenden Ideen. Und der Hersteller macht zu viele Kompromisse. Zum Beispiel mit dem neuen Blackberry Torch 9810 (ab ca. 490 Euro). Gegen das Gerät gibt es auf den ersten Blick wenig einzuwenden: Es bietet einen ordentlichen 3,2-Zoll-Multitouchscreen und die gewohnt erstklassige, aufschiebbare Tastatur. Die Displayauflösung ist besser als beim Vorgängermodell, der 1,2 Gigahertz-Prozesser ziemlich schnell und der 8-Gigabyte-Speicher mehr als ausreichend. Es gibt eine schnelle Volltextsuche und eine "Social Feeds“-Anwendung, die Nachrichten aus sozialen Netzwerken bündelt. Insgesamt kann der "Torch“ in der Smartphone-Oberklasse durchaus mithalten. Und doch fehlt das entscheidende Alleinstellungsmerkmal. Eine Businessanwendung, die sonst kein Smartphone hat. Es wird schwierig werden für RIM. In der Technologiegeschichte wäre es nicht das erste Mal, dass ein verdienstvoller Pionier vom Markt verschwindet.

Thomas Vasek ist Journalist und Buchautor in München


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