Restitution einer Familiengeschichte

Feuilleton | Reportage: Julia Kospach | aus FALTER 43/11 vom 27.10.2011

Edmund de Waal, Autor und Nachfahre der vertriebenen jüdischen Finanzdynastie Ephrussi, sprach im Wiener Palais Ephrussi

Am Anfang stand eine große Sammlung kleiner Dinge: 264 Netsuke, japanische Miniaturschnitzereien aus Holz und Elfenbein, die Edmund de Waal von seinem Großonkel Iggie erbte. "Wenn ich vor sechs Jahren verstanden hätte, was man mir mit diesen 264 kleinen Objekten gegeben hat, wäre ich weggelaufen. Ich hätte die Reise nicht begonnen“, sagte de Waal vergangenen Donnerstag im Foyer des Palais Ephrussi am Dr.-Karl-Lueger-Ring. De Waal, ein großer, schlaksiger Mann, ist an diesem späten Nachmittag wortwitzig, zappelig und sichtlich aufgewühlt. Er steht auf dem Podium, vor ihm dicht gedrängt ein Publikum, in dem Männer in dunklen Anzügen vorherrschen.

"Sie haben keine Ahnung, wie beängstigend das ist“, sagt der 46-jährige britische Keramikkünstler. Nach Wien kam er, um sein erstes Buch, "Der Hase mit den Bernsteinaugen“, vorzustellen. Der Überraschungsbestseller


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