Bizarre Love Triangle

Feuilleton | aus FALTER 43/11 vom 27.10.2011

Mit "Die Liebeshandlung“ gelingt US-Autor Jeffrey Eugenides der perfekte Roman

rezension: Sebastian Fasthuber

Neuerdings wird von Kritikern als Forderung an den Roman gern postuliert, er möge sich der Lebensrealität der Menschen zuwenden. Gemeint ist: Autoren sollen bitte über Patchwork-Familien, Arbeitslosigkeit und den Klimawandel nachdenken. Wer das nicht tut - etwa weil er meint, dass es ein wenig zeitlichen Abstand zum geschilderten Gegenstand braucht -, gilt schnell einmal als altmodisch.

Auftritt Jeffrey Eugenides (51), der neben Jonathan Franzen erfolgreichste US-Autor seiner Generation. In seinem letzten Roman "Middlesex“ (2003) hat sich der Amerikaner mit griechischen Vorfahren dem seltenen Fall eines "5-alpha-Reduktase-Pseudohermaphroditen“ gewidmet.

Und doch: Eugenides ist ein altmodischer Autor im besten Sinne, wie er mit seinem dritten Roman "Die Liebeshandlung“ beweist. Auf über 600 Seiten versucht er hier noch einmal, vor der Kulisse eines Campus in den frühen 80ern


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