Die Welt ist schlecht und sie wird niemandem fehlen

Feuilleton | Filmkritik: Michael Pekler | aus FALTER 43/11 vom 27.10.2011

Eine Hochzeitsfeier als Countdown zum Untergang: Lars von Triers faszinierender neuer Film "Melancholia“

Eine derart gewaltige Ouvertüre hat man schon lange nicht mehr gesehen. "Melancholia“ beginnt mit einer Großaufnahme von Kirsten Dunst, die mit halb geschlossenen Augen Schreckliches halluziniert: Tote Vögel stürzen vom Himmel, Brueghels "Heimkehr der Jäger“ versinkt in Asche, ein Rappe geht im Halbdunkel der Nacht in Zeitlupe zu Boden und in einem barocken Schlosspark wirft eine überdimensionale Sonnenuhr lange Schatten.

Über dem Herrschaftshaus stehen drei Monde, und eine Frau, mit einem Kind im Arm auf der Flucht, versinkt mit jedem Schritt knietief im Rasen. Unterlegt sind diese albtraumhaften Bilder mit Klängen aus Wagners "Tristan und Isolde“. Und dann schiebt sich ein riesengroßer, blaugrün leuchtender Planet auf die Erde zu. Um ein Vielfaches größer als die Welt, scheint er diese förmlich zu verschlucken. Es ist das Ende, wie Justine es sich ausmalt.

Dass die


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