Gestorben wird immer

Stadtleben | Reportage: Astrid Kuffner | aus FALTER 43/11 vom 27.10.2011

In Wiens letzter Sargfabrik wird weder getanzt noch sauniert. 25.000 Särge laufen in Atzgersdorf jährlich vom Band

Früher hat jeder Tischler Särge gemacht. Weil es immer wieder Engpässe gab, wurde in Wien 1919 eine eigene Sargtischlerei und -spenglerei gegründet. Kunden waren damals hunderte "entreprises de pompes funèbres“ vulgo Bestatter. Seit den 1950ern ist die Bestattung Wien de facto Marktführer und über die Muttergesellschaft B+F gehört Wiens einzige verbliebene Sargfabrik in Atzgersdorf auch zur Wiener Stadtwerke Holding. 55 Prozent der Produktion bleiben in Wien, die übrigen 45 Prozent werden in die anderen Bundesländer verkauft.

"Ein Sarg ist heute ein High-Tech-Produkt, das verbrannt oder eingegraben wird“, erläutert Alfred Lachout, Geschäftsführer der Firma, die 450 Artikelnummern führt. Den Preis des Produkts bestimmt neben dem Material auch die nötige Arbeitszeit. Der billigste Kremationssarg kommt auf 140 Euro, ein Kupfersarg für Kardinäle oder Präsidentensarg


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