Kritik

Tod und Tanz am Nil: Strindberg à la Roth

Lexikon | Martin Lhotzky | aus FALTER 44/11 vom 02.11.2011

Das Bühnenbild erinnert vor der Pause an einen Albtraum von Malewitsch (halb blauschwarz, halb Francis-Bacon-Gemälde), nach der Pause an einen Kitschprospekt (Mond über Sanddünen). Vor diesen Hintergründen (Herbert Schäfer) inszeniert Günter Krämer "Todestanz - Lebenstanz“ von Friederike Roth, ihr erstes Drama seit 15 Jahren. Sie verflicht dabei im ersten Teil recht geschickt Strindbergs sehr gekürztes Ehedramaterzett um Alice, Edgar, Kurt und einen Telegrafen mit eigenen Gedanken über Ehe und Liebe. Wenn "die Frau“ (Sandra Cervik, zuvor Alice) dann aber in ihr Leben als alternde Schauspielerin zurückkehrt, sich mit dem Mann am Tropf (Michael Abendroth, zuvor Edgar) zankt und liebt, kapituliert Krämer und macht nur mehr auf Klamauk.

Theater in der Josefstadt, Fr 19.30


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