Vier Jahre ohne jede Spur

Politik | aus FALTER 44/11 vom 02.11.2011

2007 verschwand in Wien ein US-Amerikaner. Seine Mutter kämpft gegen das Vergessen

Bericht: Joseph Gepp

Vergangenen Samstag, 29. Oktober, von 18.45 bis 20.20 Uhr, stand Kathy Gilleran wie jedes Jahr vor der Schwulensauna Kaiserbründl. Sie hielt ein Foto und eine Kerze in der Hand. Das ist für sie ein jährliches Ritual geworden. Mitte Oktober kommt die US-Amerikanerin regelmäßig aus Cortland, Bundesstaat New York, angereist, um zu fragen, was mit ihrem Sohn geschehen ist.

Vor genau vier Jahren, am 29. Oktober 2007, gegen 18.45 Uhr, rannte Aeryn Gillern, damals 34, nackt aus der Sauna in der Weihburggasse im ersten Bezirk und verschwand spurlos. Die Polizei denkt, er habe Selbstmord mittels Sprung in den Donaukanal begangen. Eine Leiche wurde aber nie gefunden. Der einzige Zeuge des angeblichen Suizids, ein Angler, änderte mehrmals die Aussage.

Kathy Gilleran wirft der Polizei Desinteresse, Schlampereien und Homophobie vor. "Ich habe niemals zuvor so viel Rohheit, Grobheit und Unprofessionalität


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