Demokratie steht für den Namen unserer Feinde

Politik | Gespräch: Katharina Wagner, Wolfgang Zwander | aus FALTER 44/11 vom 02.11.2011

Der Starphilosoph Alain Badiou über die Zeit nach dem Kapitalismus und die Gründe, warum sich der Kommunismus vom Staat verabschieden muss

Nach den Unruhen von 1968, an denen Badiou führend mitgewirkt hatte, lebte er viele Jahre in Anonymität und war in Vergessenheit geraten. Heute ist er der meistgelesene und meistübersetzte Philosoph in Frankreich. Wer ihn in Paris besucht, spürt nichts von seinem Ruhm. Ein am Haupt ergrauter Herr mit gutmütigem Blick und tief sitzenden, funkelnden Augen öffnet die Tür, reicht die Hand und sagt: "Bonjour“. In der Wohnung im sechsten Stock, die seiner ebenfalls anwesenden Gefährtin Isabelle Vodoz gehört, wartet ein kleines Wohnzimmer mit bequemen Polstermöbeln, es werden Kaffee und Gebäck kredenzt. In den kommenden zwei Stunden wird viel gelacht und die Worte werden abwechselnd auf Deutsch, Englisch und Französisch gewechselt. Die Stimmung ist so gut, dass die erste Frage fast ein bisschen peinlich stimmt.

Falter: Herr Badiou, die französischen


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige