"Ach, unsre süße, heilige Messe“

Feuilleton | Klagegesang: Adolf Holl | aus FALTER 44/11 vom 02.11.2011

Einer, dem die Kirche verboten hat, die Messe zu feiern, über seine gelegentlichen Phantomschmerzen

Ach, unsre süße, heilige Messe! Singt der Kardinal Borromeo (Bariton) in Pfitzners "Palestrina“. Die toten Meister heben ihre Hände, sie rufen aus dem Grabe! Wer errettet unsre Musik?

Den "Palestrina“ habe ich dreimal gehört, immer in der Wiener Staatsoper, und einmal ist mein Geigenlehrer neben mir gesessen, der Pfitzner noch persönlich gekannt hat, und hat geweint. Ich habe auch geweint, wenn der Engel gegen Ende des ersten Aktes das Kyrie Eleison singt, dem Komponisten ins Ohr, den Beginn der Messe, die Palestrina dann vollenden wird.

In Bezug auf die heilige Messe bin ich geschmacksorientiert geblieben. Mozart-Requiem, Te Deum von Bruckner. Mit der Einführung der Muttersprache im römischen Gottesdienst haben sich die Väter des letzten Konzils möglicherweise ins Knie geschossen, denke ich mir manchmal. Das Trienter Konzil hat noch Giovanni Pierluigi Palestrina gehabt. Nach Vatican


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