Ein Buch, in dem auch solche die Messe feiern, die sie nicht feiern dürfen

Feuilleton | aus FALTER 44/11 vom 02.11.2011

 Leicht ist es nicht, Adolf Holl zu einem Text zu bewegen. Beim Thema Messe aber zögerte er nicht; kurz nach dem Telefonat traf das Manuskript per Post ein. Der Anlass ist ein Buch mit dem Titel "Die Heilige Messe - kultisch, szenisch, sinnlich, mystisch“, herausgegeben vom Dirigenten und Komponisten Peter Jan Marthé. Der 1949 im steirischen Irdning geborene Marthé studierte nach drei Jahren Priesterseminar Orgel, Komposition und Dirigieren und arbeitete beim berühmten Dirigenten Sergiu Celibidache, der ihn schließlich nach Indien schickte, um per Meditation der Musik näherzukommen.

Ein Mystiker mit eigenwilligem Musikzugang also, der vielbeachtete Neufassungen von Bruckner-Sinfonien herstellte und aufführte, in Fabrikhallen und in Hochtälern. "Wenn eine Achte von Bruckner über uns rollt, dann schrumpfen die Brahms-Sinfonien zu Star-Wars-Musik zusammen“, sagt Marthé einmal der Süddeutschen Zeitung. Keine Frage, dass so einer selbst komponiert; seine "erdwärtsmesse“ wurde

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