Buch der Stunde

Ein Standardwerk der Schlingensiefologie

Feuilleton | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 44/11 vom 02.11.2011

Der Begriff "Animatograph“ wurde ursprünglich von dem englischen Filmpionier Robert William Paul 1896 für einen von ihm entwickelten Projektor geprägt. Beim deutschen Regisseur und Aktionskünstler Christoph Schlingensief (1960-2010) ist der Animatograph Drehbühne, begehbare Installation und Projektionsfläche zugleich.

Es handelte sich also um das adäquate Medium für das Werk eines Künstlers, das zwischen Theater, Film und bildender Kunst oszillierte. "Anima ist die Seele“, erklärt Schlingensief. "Der Animatograph zeichnet auf, was in der Seele geschieht, ein Seelenschreiber.“

Zum ersten Mal kam das Ding im Mai 2005 in Island ("House of Obsession“) zum Einsatz, noch im selben Jahr folgten Aktionen im brandenburgischen Neuhardenberg ("Odins Parsipark“) und in Namibia ("The African Twintowers“). Ihren Höhepunkt erreichte die "animatographische Bewegung“ im Jänner 2006 im Burgtheater ("Area 7 - Matthäusexpedition“), abgeschlossen wurde das Projekt 2006/07 an der Berliner


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