Stadtrand 

Essstäbchen sammeln: So lebt man nachhaltig

Urbanismuskolumne

Stadtleben | Matthias Dusini | aus FALTER 44/11 vom 02.11.2011

Die Hose tragen, bis sie auseinanderfällt. Die Zahnpastatube aufschneiden, damit man auch die letzten Reste herauskratzen kann. Die Spargelabfälle nicht wegschmeißen, da sich daraus noch eine Suppe köcheln ließe. Vom Tier nicht nur das Schnitzel, sondern auch die Magenwand verwenden, und, bitte, packen Sie mir die Hufe ein, damit ich sie zu einem Dünger verhäxeln kann. Ein nachhaltiges Leben kann schon ganz schön anstrengend sein. Erst neulich schickten wir die Gartenerde ins Labor. Man kann ja nie wissen, wie hoch der Stickstoffgehalt ist, und dann erst die Schwermetallanteile. Ist ja nur für die Kinder, damit die nicht mit Erdbeeren im Winter und Erdäpfeln aus Argentinien groß werden. Für den Schwedenofen, der in unserem Wohnzimmer jetzt, wo es Winter wird, so wohlig knistert, haben wir das ideale Holz zum Anzünden gefunden: die Stäbchen aus dem asiatischen Lokal. Obwohl das asiatische Essen … der gefährlich rosa Ingewer beim Sushi … der Lachs aus dem Japanischen Meer … der Seetang. Na sauber!


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