Vernunft versus Boulevard — das neue steirische Konzept für Suchtpolitik

Steiermark | Herwig G. Höller | aus FALTER 44/11 vom 02.11.2011

 Die letzte Erfolgsmeldung der Polizei ist nur wenige Tage alt: Zwei Grazer hatten in mehren Maisäckern Cannabis angepflanzt. Nach der Ernte schlug die Suchtmittelgruppe der Kripo zu und beschlagnahmte vier Kilogramm Cannabiskraut zu einem Straßenverkaufswert von 40.000 Euro. Auch eine dazugehörige Fotografie, die lediglich Plastiksäckchen mit der Droge zeigte, wurde verbreitet - die Polizeipressestelle liebt sichtlich derartige Bilder des Bösen. Sie kommuniziert aber auch eifrig jeden einzelnen Suchtgifttoten, vergangene Woche war von Nummer zwölf in der Steiermark die Rede.

Dass es sich womöglich bei einigen dieser Fälle aber um tragische Selbstmorde handelt, wird nicht thematisiert: Suizide kommen in der Öffentlichkeitsarbeit der Sicherheitsbehörden praktisch nicht vor - der Medienerlass des Innenministeriums setzt hier, durchaus nachvollziehbar, Grenzen. Freilich, oftmals dürften die Todesumstände nur schwer zu klären sein. Gleichzeitig zeigen sich manche Medien gnadenlos,


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige