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Keine Arbeit, keine Liebe?

Menschen hinter Inseraten

Lexikon | Stefan Kluger | aus FALTER 45/11 vom 09.11.2011

Arbeitslos, na und? Ein Mann bittet Frauen um ein bisschen mehr Toleranz

Seine Kontaktanzeige läuft bereits seit einer Woche. Scheinbar hat sie bisher niemanden interessiert, denn Reaktionen gibt es noch keine. Er mache sich jetzt keinen Druck, erzählt Georg Wagner, 54. Denn er kann sich gut vorstellen, dass es irgendwo da draußen Frauen gibt, die zu ihm passen. Erste Hürde ist Wagners Arbeitslosigkeit - nicht selten gab es deswegen in der Vergangenheit Zoff. Da die meisten Frauen mit seiner Beschäftigungslosigkeit nicht umzugehen wussten, war Ablehnung die Folge - offen oder verdeckt. "Ich suche eine Frau, die mich nimmt, wie ich bin.“ Und keine, die an ihm herumnörgelt oder alles besser weiß. Nachdem Wagner den Einsparungen seines früheren Arbeitgebers zum Opfer fiel, versank er trotzdem nicht im Stumpfsinn. "Ich mache laufend Schulungen und bin dabei, mich beruflich völlig neu zu orientieren.“ Manchmal sei es aber ziemlich deprimierend, keine umfassende Aufgabe zu haben.

Allein deshalb ist es ihm ein Anliegen, schleunigst einen Job zu finden, er möchte bis dahin aber nicht auf eine Partnerschaft verzichten. Um dem alten Konflikt aus dem Weg zu gehen, hat er seine derzeitige Erwerbslosigkeit gleich in die Kleinanzeige gepackt. Klar, dass er dadurch viel weniger Antworten erhalten werde; aber womöglich Antworten, die ihm bei seiner Suche helfen. Optisch kann oder möchte Georg Wagner seine Traumfrau nicht beschreiben, beim Alter scheint er flexibel - "40 oder jünger“. Da er selbst kein Stubenhocker ist und gerne Kunst und Natur genießt, wünscht er sich eine fröhliche und unternehmungslustige Partnerin. Und wenn sie noch dazu kochen kann, umso besser. "Am schönsten wäre es, sie hätte Geduld, um mir das eine oder andere Gericht beizubringen.“ Sehr romantisch.

Die Kleinanzeige Welche Frau hat kein Problem damit, wenn ihr Freund derzeit arbeitslos ist? Ich würde mich sehr freuen, eine solche kennenlernen zu dürfen! Zuschriften bitte an georg.c.wagner@aon.at


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