Nachrichten aus dem Inneren

Die Redaktion erklärt sich selbst

Falter & Meinung | Stefan Apfl | aus FALTER 45/11 vom 09.11.2011

Es lässt sich nicht eruieren, warum das Corporate Publishing, dessen Eingang sich gegenüber jenem unserer Redaktion befindet, diesseits des Stiegenhauses "Reich und Schön“ genannt wird. Dass diese Koseform auf unsere Armut und Hässlichkeit zurückzuführen ist, kann, nein, muss ausgeschlossen werden.

Jedenfalls passt es, dass die Redaktion der englischen Monatszeitschrift Vienna Review ausgerechnet in "Reich und Schön“ ihr Quartier bezogen hat anstatt herüben bei uns. Denn das ist das Erste, was bei der Begegnung mit den dort arbeitenden Damen und Herren auffällt: Sie sehen unverschämt gut aus. Zweitens, sie sprechen alle Englisch. Drittens, sie tragen nachgerade poetische Namen, die einem Roman von Charles Dickens entlehnt sein könnten: Laurence Doering und Maggie Childs etwa, Jodie Keen und Peter Diller.

In ihrer Mitte wandelt meist Dardis McNamee, die die Aura einer Grande Dame des US-amerikanischen Zeitungsbusiness versprüht und bei der New York Times gearbeitet haben könnte. Vielleicht rührt das auch daher, dass beides der Fall ist.

Das Einzige, was sie alle mit uns Menschen gemein zu haben scheinen, ist die feinmotorische Unfähigkeit, das Konica Minolta bizhub c280 Super G3 zu bedienen. Da uns das Teufelsding aber schon die ein oder andere Lektion erteilt hat, können wir lässig die Hausherren markieren. Playing a long term game on short term tactics, würden Doering oder Childs wohl sagen, was frei übersetzt so viel bedeutet wie: Ihr könntet reich werden, ja sogar schön, und dennoch werdet ihr nie bei "Reich und Schön“ arbeiten.


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