Maschinenstürmer im weißen Kittel

Falter & Meinung | Kommentar: Kurt Langbein | aus FALTER 45/11 vom 09.11.2011

Der heimische Medizinbetrieb ist noch lange nicht im 21. Jahrhundert angekommen. Mehr Transparenz muss her

Ich benütze seit Jahren das Internet für alle Banktransaktionen. Sorgen macht mir dabei allenfalls der Kontostand. Wenn bei meinen Onlinebuchungen über die Kreditkarte ein Abrechnungsfehler passiert, genügt - egal, auf welchem Fleck der Erde das der Fall war - ein Mail an die Servicestelle und die Zahlen stimmen wieder. Mein Steuerberater reicht meine und die Steuererklärung meiner Filmproduktionsfirma online beim Finanzamt ein. Vertrauliche Rechercheunterlagen für heikle Geschichten befinden sich auf einem sicheren Server in der Firma.

Aber wenn ich will, dass meine Befunde von der Innsbrucker Klinik zu meinem Hausarzt kommen, muss ich langwierig und mühsam erwirken, dass diese dort ausgedruckt, der österreichischen Post anvertraut werden und mit Glück eine Woche später ankommen. Andere medizinische Daten über mich liegen in privaten Diagnosezentren und beim Wiener Krankenanstaltenverbund.


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