Kolumne  

In Italien leugnet nur noch einer die Krise: Silvio Berlusconi

Außenpolitik

Falter & Meinung | Franz Kössler | aus FALTER 45/11 vom 09.11.2011

Italien rückt ins Zentrum der Eurokrise, bedrohlicher noch als Griechenland: Italiens Volkswirtschaft ist die drittgrößte der Währungsunion, zu groß für Rettungsschirme. Beide Krisenstaaten zeigen einen strukturellen Widerspruch in der europäischen Konstruktion auf: Schwache nationale Regierungen, die sich in parteipolitischer Taktik verlieren, gefährden eine Währung, die über die nationalen Grenzen hinweg die Geschicke der Gemeinschaft, ja sogar der Weltwirtschaft bestimmt. Es ist folgerichtig, dass EU und Währungsfonds jetzt auch die Regierung in Rom unter Kuratel gestellt haben und die Umsetzung der Wirtschaftssanierung direkt überwachen werden. Eine Demütigung für Berlusconi, der bis heute behauptet, es gebe keine italienische Krise.

Italiens Staatsschulden machen gewaltige 1,9 Billionen Euro aus, das ist um 20 Prozent mehr, als die gesamte Wirtschaft des Landes in einem Jahr produziert. Griechenland trägt nur 2,5 Prozent zur Wirtschaftsleistung der Währungsunion bei,


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