Zwei schlecht erzogene Kinder

Politik | Analyse: Kostas Argyros | aus FALTER 45/11 vom 09.11.2011

Athens Spitzenpolitiker kämpfen für die Fortsetzung ihres Pfründesystems

Es war die absurdeste Abstimmung, die das griechische Parlament jemals erlebt hatte. Die Mehrheit der Abgeordneten sprach vergangenen Freitag der sozialdemokratischen Regierung von Premierminister Giorgos Papandreou das Vertrauen aus, verlangte aber gleichzeitig, dass sie sich auflösen müsse zugunsten einer großen Koalition, an deren Spitze allerdings nicht mehr Papandreou stehen dürfe. Der Noch-Regierungschef nahm nach der Abstimmung zwar den ganzen Abend lang das Wort "Rücktritt“ nicht in den Mund, dennoch war allen Beteiligten klar, dass er das letzte Mal als Premier im Parlamentsgebäude am Syntagma-Platz sprach.

Die auf Papandreous Pyrrhussieg folgenden Tage waren die dramatischsten seit dem Ende der Diktatur in Griechenland im Jahr 1974. Während aus Brüssel im Stundentakt immer schärfere Warnungen eintrafen, die vom Ausschluss Griechenlands aus der Eurozone sprachen, wollten oder konnten Papandreou


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