Die neuen Arbeiter von Wien

Politik | Besuch: Nina Horaczek | aus FALTER 45/11 vom 09.11.2011

In Krisenzeiten zittern viele um ihre Jobs. Aber wie geht es denen, die es schon zuvor nie leicht am Arbeitsmarkt hatten?

Laub entsorgen. Müllrunde gemacht“, steht in krakeligen Lettern auf dem Blatt Papier. Ganz unten sind ein großes Plus und ein Minus gemalt. Positiv: "Essen kostet nichts.“ Negativ: "Zu wenig Zigaretten.“

Freitag Früh ist Wochenbesprechung in der Jobfabrik im 15. Bezirk. Etwa 40 Jugendliche, die jüngsten 15, die älteren über 20 Jahre alt, sitzen in einem großen Sesselkreis. Immer wieder steht ein Jugendlicher auf, faltet seinen Zettel auf und liest vom Blatt, was in den Tagen davor geleistet wurde. Manche halten sich das Papier wie einen Schutzschild vor den Mund. Andere lesen monoton herunter. Dazwischen Applaus: Zwei Burschen und ein Mädchen haben ihre Trainingsvereinbarung mit der Supermarktkette Spar unterzeichnet. Halten sie durch, kriegen sie einen Dienstvertrag als Regalschlichter oder an der Feinkosttheke. "Ihr könnt stolz auf euch sein“, ruft eine


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