Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | Matthias Dusini | aus FALTER 45/11 vom 09.11.2011

Seit der TV-Serie "Six Feet Under“ schreitet der Tod nicht mehr verstohlen über die Mattscheibe. Aber so kumpelhaft wie in der Serie "The Big C“ (Montag, 21.50 Uhr auf Fox, nur für Sky-Kunden) hat man den Sensenmann noch nie gesehen. Darin bekommt die Vorstadtmutti Cathy Jamison, gespielt von Laura Linney, eine tödliche Diagnose: Das große "C“ steht für Cancer, Krebs.

Jamison reagiert, wie es die calvinistische Ideologie vorschreibt: zuerst die Verdammung, dann die Reinigung des Selbst. Sie ändert ihr Leben, schmeißt als Erstes ihren kauzigen Ehemann raus und nimmt ihren wohlstandsverwahrlosten Sohn in die Mangel. Sie lässt sich einen Pool in den Garten graben und beginnt zu rauchen. Am Anfang einer Serie kann man nicht sagen, ob der Totentanz in ähnlich flotter Tonart weitergeht. Bisher aber hatte man den Eindruck, dass "The Big C“ über den quälenden 40-plus-Lifestyle-Exhibitionismus von "Desperate Housewives“ nicht hinauskommt. Der Tod als Therapie - ob das gutgeht?


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