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Medien | Prüfbericht: Thomas Vasek | aus FALTER 45/11 vom 09.11.2011

Dieses Festnetztelefon möchte ein Smartphone sein

Einst hatte jedes anständige Festnetztelefon eine Wählscheibe - und einen unverrückbaren Platz: Gravitätisch ruhte es auf einer Vorzimmerkommode, statt mit ausgelaugtem Akku zwischen Kinderspielsachen und diversen Fernbedienungen herumzukugeln. Das heutige Schnurlostelefon führt ein würdeloses Dasein. Schuld daran sind nicht zuletzt die Hersteller: Seit alle Leute mit Smartphones herumlaufen, schert sich um die klassische Festnetztelefonie niemand mehr. Insofern freut man sich zunächst einmal über ein Gerät wie das Gigaset SL 910 (ca. 150 Euro, mit Anrufbeantworter 170 Euro), bei dem sich der Hersteller wenigstens ein bisschen mehr Mühe gegeben hat.

Die Grundidee: Was bei Smartphones funktioniert, kann auch beim heimischen Schnurlostelefon nicht verkehrt sein. Immerhin hat man dem Telefon einen 3,2-Zoll-Touchscreen spendiert. Das Gerät hat Platz für 500 Adressbucheinträge. Zudem gibt es drei Startbildschirme, zwischen denen man wie bei den meisten Smartphones hin und her wischen kann. Für die Freisprecheinrichtung hat das Telefon einen eigenen Lautsprecher, zudem gibt es eine Babyphone-Funktion. Dank Metallrahmen sieht es hochwertiger aus als viele andere Geräte.

Allerdings fragt man sich, warum sich die Hersteller nicht mehr einfallen lassen, als bloß Handy-Features zu kopieren. Die Festnetztelefonie mag ohnehin schon tot sein, aber mittelmäßige Endgeräte machen sie auch nicht wieder lebendig.

Thomas Vasek ist Journalist und Buchautor in München


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