Zanshin: Tausend Texturen tief oder elektronische Musik für Menschen, die gerne mehr hören

Feuilleton | Kurzporträt: Florian Obkircher | aus FALTER 45/11 vom 09.11.2011

Zanshin bezeichnet einen Geisteszustand. Er tritt ein, nachdem der Bogenschütze den Pfeil abgefeuert oder der Karatesportler seinen Gegner zu Boden geworfen hat. "Die Aufmerksamkeit in dieser Sekunde ist nicht gerichtet“, erklärt Gregor Ladenhauf sein Künstlerpseudonym. "Es ist mehr ein Gegenwärtigsein. Vorbereitet auf das, was als Nächstes passiert.“

Der japanische Begriff fängt die Musik des 33-jährigen Wahlwieners perfekt ein. Ladenhaufs Debüt "Rain Are in Clouds“ ist alles andere als leichte Kost. Die Beats brutzeln, holpern und rumpeln, komplexe Synthesizerflächen wachsen zu unterkühlten Melodien, zittrig fiepsige Soundpartikel durchziehen die komplexen Trackstrukturen, atmosphärische Fieldrecordings aus Südostasien reiben sich an elektronischen Texturen.

Zanshins Musik erfordert Aufmerksamkeit, sie entfaltet ihre spröde Schönheit nicht bei schnellem Reinhören. Genau darauf legt Ladenhauf es auch an: "Mir gefällt Musik, die mich herausfordert. Acts wie Tortoise


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