"Gehen Sie doch miteinander einen Kaffee trinken!“

Stadtleben | Protokoll: Birgit Wittstock | aus FALTER 45/11 vom 09.11.2011

Ein Radler zog gegen einen aggressiven Autoraser vor Gericht und landete bei einer UVS-Richterin, die ihre Grenzen überschritt

Man könnte fast sagen, sie seien das weltliche Äquivalent Gottes - oder wenigstens das des Papstes. Weil sie über die Superheldengabe der Objektivität verfügen und manche gar über Leben und Tod entscheiden.

Hierzulande verfügen sie zwar nicht über diese sakrosankte Entscheidungsgewalt, nichtsdestotrotz gelten sie als Schicksalsmacher. Und das verlangt mehr Fingerspitzengefühl als das Zerteilen von Schweinehälften oder der Verkauf eines sündhaft teuren Hochkaräters. Deshalb werden Richtern nicht nur besondere Rechte und Pflichten auferlegt, sie gelten landläufig auch als wahre Respektspersonen. Schließlich: Wer über Recht und Ordnung richtet, hält sich auch an Recht und Ordnung. Oder?

Anders geschehen im vergangenen August. Montags, 6.30 Uhr. Daniel Geroldinger, 35, radelte wie gewöhnlich in die Arbeit. Vom Vierten, wo er wohnt, nach Erdberg, wo der


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