Phettbergs Predigtdienst

Das sind so alle meine Katastrophen

Kolumnen | aus FALTER 45/11 vom 09.11.2011

Hermes Phettberg führt seit 1991 durch das Kirchenjahr

Abends muss ich das schwere Antibiotikum einnehmen, daran ich gesunde! Sonst bin ich wieder in Betrieb. Wenn ich das Antibiotikum bis 11.11. einnähme, wär ich tot. Am 3.11. abends muss ich aufhören, es einzunehmen, ordnete der Computer des Kaiser-Franz-Josef-Spitals mir an! Diätistisch darf ich alles essen: Einmal gab es im Krankenhaus Schweinsbraten mit kaltem Krautsalat, einmal geselchtes Schweinernes. Mein Magen hat sich im Freien halt verkühlt.

Wonach sich mein Körper seit langem sehnt, wie ich früh und abends mich richtig ernähre, wird mir nie von einer Fach-Arzt-schaft er-örtert! Das Essen auf Rädern (E.a.R.) redet mit mir kein Wort! Mittags bekomm ich das, was ich mir halt ankreuz. Und mir schmeckt alles bestens! Ab nun ess ich statt Finnenbrot Grahamweckerl mit Butter und extrem wenig Gemüse. Auf meiner Parte wird wohl einmal stehen: Phettberg krepierte an Unmengen rohem Gemüse. Das passt zum Halloween-Tag bestens.

McGoohan hat das Halloween-Protokoll mir gerettet! Das sind so alle meine Katastrophen. Was ganz Arges ist in mir los: Mein Leipzig-Notizblock ist spurlos weg! Jetzt findet mein Hirn nix mehr über das Rosa Archiv und die Premiere von "Der Papst ist kein Jeansboy“ in Leipzig. Der ganze Morgen ist hinig, so wie ich es eh schon generell bin! Es muss doch immer, wenn ich in Spitälern bin, wen geben, der fladert! Ich renn dann ohne Ende herum und bin ganz hinig und wag niemals darüber zu jammern, sonst werd ich "eingeliefert“? Nix interessiert mich, nur sterben mag ich halt auch nicht! Viele Gestionsprotokolle hab ich mir im Krankenhausbett ausgemalt, wo sind die alle?

Nachmittags waren heute Nina und Nina bei mir, sie fanden meinen Leipzig-Notizblock, den ich verloren glaubte. Alles falsch, er ist da, er lag unter dem Polster auf Mamas Leibstuhl! Ali war da und hat die Pflanzen bewässert und, Wunder über Wunder: Nina Kreuzinger und Nina Strasser schafften, mein ORF 2 wieder einzustellen, und lasen mir Predigtdienst Nr. 966 vor.

Und ich weiß auch, warum ich heute so extrem depressiv war: Mein Antibiotikum ist stärker als meine Cipralex 10 mg. Es haben sich alle meine Problemchen in Null aufgelöst, ich kann weiterleben!

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