Neu im Kino

"Mörderschwestern“ haben Spaß am Widerspruch

Lexikon | Joachim Schätz | aus FALTER 46/11 vom 16.11.2011

Die Welt ist schlecht, also hat Peter Kern einen Film gemacht: gegen die Abstumpfung der Gefühle im Allgemeinen und die Lust an Kino- und Fernsehgewalt im Besonderen. Frei nach dem Lainzer Pflegeskandal lassen hier "Mörderschwestern“ (genüsslich bedrohlich: Susanne Wuest) das Töten nicht. Das Publikum wird von der Leinwand herunter als Komplize adressiert und zum Voting per "Mörderama“ animiert. Sternstunden der Medienkritik sehen anders aus. Aber weil Peter Kern, der Showman, raffinierter ist als Peter Kern, der Prediger, zeigt "Mörderschwestern“ erstaunliche Energien in Sachen Selbstwiderspruch. Kaum eine zivilisationspessimistische Setzung, die in dieser verspielten Gewalt- und Gewissensrevue nicht so lange gedreht und gewendet wird, bis sie auf dem Kopf steht. Insofern: ein veritabler Anti-"Funny Games“.

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