Neu im Kino

"Fenster zum Sommer“: Nina in Eternal Sunshine

Lexikon | Drehli Robnik | aus FALTER 46/11 vom 16.11.2011

Juliane ist 35, rackert im Berliner Baufirmenbüro ihres workaholischen Freundes und hat das Gefühl, alles, was sich in ihrer Beziehung tun könnte, schon erlebt zu haben. Meist liegt so etwas ja daran, dass aus Liebe Routine wird. Entsprechende Bobomelodramatik rund um Zweifel daran, ob ich mein Leben auch wirklich, zumal intensiv genug, lebe, bettet "Fenster zum Sommer“ in einen Zeitreiseplot: Aus dem Beginn ihrer nächsten, großen Liebe wurde Juliane um drei Monate zurückgeworfen; wie, das ist kein Thema. Das ist gut so: Mindgameliebesfilmsujets dieser Art sind ja bestens eingeführt, ebenso Hauptdarstellerin Nina Hoss in gekonnt zerfahrenen Parts zum Thema zweites Leben, Liebe versus Betriebswirtschaft und Glück versus Schuld ("Yella“, "Jerichow“). Schuld rührt hier vom Tod ihrer engen Freundin her, der mit der Lebensliebesbegegnung zusammenfallen wird. Wie also sich zum Schicksal stellen? Ethische Fragen lotet Hendrik Handloegtens Film recht bewegend aus, in einem Mix aus Mittelstandswellness (Tangomagie, Herzstimmenhören, Patchworkfamilienidyll) und dann doch unerwartet schönen Setzungen von Schnitt und Licht.

Ab Fr in den Kinos


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