Glosse

Wie die Privatwirtschaft von den Sitten des Boulevards lernt

Untergrundgeschäfte

Falter & Meinung | Wolfgang Zwander | aus FALTER 46/11 vom 16.11.2011

Germar Wacker, der Österreich-Chef der kanadischen Firma Bombardier, richtet der Stadt Wien über eine Zeitung aus, dass in seinem Unternehmen der Verlust von hunderten von Arbeitsplätzen drohe, wenn die Stadt nicht schnell ein paar U-Bahn-Züge in Auftrag gebe. Jeder soll seine Geschäfte anbahnen, wie er will, in der Jurisprudenz finden sich für dieses Verhalten schöne Worte. Über den Bombardier-Manager soll an dieser Stelle nicht der Stab gebrochen werden, hat er doch bloß Anleihe genommen beim heimischen Medienmarkt. Dort gilt es längst als guter Stil, der Regierung mitzuteilen, dass man sich über das ein oder andere "Geschäft“ freuen würde. Nur ist das Drohpotenzial im Falle der Medien ein stärkeres: U-Bahn-Bauer müssen um ihre Jobs fürchten, während die U-Bahn-Blätter florieren.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige