Kommentar

Bildungsvolksbegehren: warum es doch nicht gereicht hat

Bildung

Falter & Meinung | Nina Horaczek | aus FALTER 46/11 vom 16.11.2011

Manches lässt sich nicht schönreden. Es stimmt, dass das Bildungsvolksbegehren Dynamik in die Bildungsdiskussion gebracht hat und Journalisten über das Thema vom Kindergarten bis zur Universität breit berichten ließ, und es somit zumindest eine gewisse Debatte auslöste.

Aber 383.820 Unterschriften, da kann man noch so viel herumdeuteln, sind bei einer derartigen Medienpräsenz und so viel Werbemitteln nicht viel. Selbst die Grünen haben mehr Wähler als das Volksbegehren "Österreich darf nicht sitzen bleiben“ Unterzeichner.

Jetzt könnte man es sich einfach machen. Könnte sagen, im Bildungsbereich ist alles paletti, sieht man doch. Sonst hätten schon mehr unterschrieben. Oder man versucht zu analysieren, woran es liegen könnte, dass bei einem Thema, das so viele Österreicher betrifft, so wenige zur Unterschrift bewegt werden konnten.

Vielleicht lag es an der Breite, mit der die Organisatoren das Begehren anlegten. Um möglichst niemanden vor den Kopf zu stoßen, wurden die zwölf Punkte im Programm derart allgemein formuliert, dass sich alle Beteiligten von Industrie bis Grünen und allen möglichen Basisgruppen darin finden konnten - aber kaum einer seine Ideen darin noch wiederfand.

Vielleicht lag es aber auch an der Art der Mobilisierung. Die Kronen Zeitung reicht als Erfolgsmaschine heute genauso wenig aus wie die alleinige Konzentration auf die Sozialpartner. Wer sein Anliegen breit unter die Menschen bringen will, muss auch verstärkt in den unteren Ebenen kommunizieren: in den NGOs, in Grätzel- und Elterninitiativen, in Onlineforen, an Stammtischen.

Dort, wo Menschen und nicht deren Funktionäre unterwegs sind.


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