"Wir waren junge Dinger“

Politik | Bericht: Joseph Gepp | aus FALTER 46/11 vom 16.11.2011

Was geschah vor 35 Jahren am Wilhelminenberg? Zwei mutmaßliche Täterinnen erzählen

Ein einziges Mal, erzählt Inge Krasonek*, habe sie etwas getan, das sie nicht tun hätte sollen. Das war bereits Jahre nach ihrer Zeit als Betreuerin am Wilhelminenberg, in einem anderen Heim, beim Erdäpfelschneiden mit einem Zögling in der Küche. Das Mädchen ließ ein scharfes Messer fallen, "einen halben Zentimeter neben meinem Zechen“, sagt Krasonek. "Vor Schreck hab ich sie weggestoßen, dann haben wir uns ganz geschockt angeschaut.“

Inge Krasonek und ihre Kollegin Elfriede Walmayr*, heute beide knapp 60, waren jahrzehntelang für die Stadt Wien als diplomierte Sozialpädagoginnen tätig. Nun werden ihnen Taten von fast unvorstellbarer Grausamkeit vorgeworfen.

Sie sollen vor 35 Jahren begangen worden sein, im Kinderheim am Wilheminenberg. "Wir waren junge Dinger“, sagt Walmayr. Mit 19 Jahren, im September 1972, versetzte sie das städtische Jugendamt MA 11 auf den Wilhelminenberg. 1975 folgte


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