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Bücher, kurz besprochen

Politik | aus FALTER 46/11 vom 16.11.2011

Wie Vielfalt gelebt werden kann

Wäre sie weiß und in Österreich geboren, würden sie mehr Menschen kennen. Beatrice Achaleke hat Nobelpreisträger nach Wien geholt, steht mit höchsten Politikern im In- und Ausland in Kontakt, kandidierte für die Grünen bei der Nationalratswahl 2008 und hat zahlreiche preisgekrönte Projekte initiiert. Nun hat die aus Kamerun stammende Soziologin, die seit 1995 in Österreich lebt, ein Buch geschrieben, das zweierlei in einem ist: eine mit Anekdoten gespickte autobiografische Erzählung einer Frau, die eine Hälfte ihres Lebens in Afrika und eine zweite in Europa verbrachte. Und ein Buch, das sich mit der Situation ethnischer Minderheiten im Land beschäftigt. Mit den schlimmen Seiten, für die der Name Marcus Omofuma als Synonym steht. Aber auch mit den vielen Möglichkeiten, die sich aus kultureller Vielfalt ergeben können.

Nach Österreich kam Achaleke, weil es ihr in den 90er-Jahren unmöglich war, ihr Studium in Kamerun zu beenden. Da sie sich an demokratischen Studentenprotesten beteiligte, konnte sie die Universität nicht weiter besuchen. Mit einem Stipendium kam sie zuerst an das Friedensinstitut im burgenländischen Schlaining, später studierte sie an der Universität Wien. Heute ist die Afrowienerin CEO von Diversity Leadership und Geschäftsführerin des European Diversity & Inclusion Congress und wurde im Jahr 2010 vom Blog Black Women in Europa auf Platz drei der einflussreichsten Frauen mit schwarzer Hautfarbe in Europa gewählt. nina horaczek

Beatrice Achaleke: Vielfalt statt Einfalt. Holzhausen, 152 S., € 19,50


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