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IT-Kolumne

Medien | Ingrid Brodnig | aus FALTER 46/11 vom 16.11.2011

Neulich bin ich im Wohnzimmer einer Freundin gesessen und habe mir gedacht: "Warum sind ihre DVD-Boxen so dick?“ Bis ich draufgekommen bin, dass es sich um Videokassetten handelt. V-I-D-E-O-K-A-S-S-E-T-T-E-N. Ich dachte, das sei eine längst ausgestorbene Technologie, die höchstens noch bei Oma und Opa herumsteht.

Dann fragte ich auf Twitter nach. Wer besitzt noch Videobänder? Und warum? Viele haben geantwortet, dass es ihnen um Nostalgie gehe. Die Leute bringen es nicht übers Herz, ihre alten Tanzfilme, die Sammlung an James-Bond-Streifen oder Star-Trek-Serien wegzuschmeißen - dabei besitzen viele nicht einmal mehr einen Videorekorder. Die Videokassette wurde somit vom Speichermedium zum Erinnerungsrelikt. Vermutlich könnte man sogar die Bänder wegwerfen und nur die Hülle aufbewahren. Die Leute würden trotzdem beim Blick aufs Regal ins Schwärmen kommen: Mei, wie schön war das damals, das erste Mal "Dirty Dancing“ schauen!


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