Kieck wedder in!

Feuilleton | Würdigung: Michael Omasta | aus FALTER 46/11 vom 16.11.2011

Eine Retrospektive und ein Buch entdecken den Regisseur Werner Hochbaum noch einmal neu

Das Leben ist zum Kotzen. Sagt die Bahnhof-Else, als sie nachmittags aus dem Schlaf erwacht und ihr Freund, der Barpianist Leo, sich zur Arbeit fertig macht. "Es ist zum Kotzen. Wenn ich die Frauen im Kientopp seh. Möcht auch mal was erleben ...“ Da schlüpft auch schon der Matrosen-Karl auf seiner Flucht durch ein Fenster in das karg möblierte Zimmer herein - und zu Else unter die Tuchent.

So hebt "Razzia in St. Pauli“ an, ein balladesker Milieufilm, in den Werner Hochbaum ganz entsprechend seinem Ruf als "Regisseur der Sozialdemokratie“ und als "einer der interessantesten deutschen Regisseure der 30er-Jahre“ (so die britische Filmzeitschrift Sight & Sound) bewusst sozialkritische Motive eingebaut hat.

Der unter Mitwirkung der Hamburger Ordnungspolizei entstandene Film zeichnet das Milieu der leichten Mädchen und schweren Jungs "realistisch“ nach.

Zugleich bedient er sich einer dramaturgischen


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