Fröhliche Viecher, dreiste Diebe


Fährtenlese: Matthias Dusini
Feuilleton | aus FALTER 46/11 vom 16.11.2011

Auch in der Wiener Innenstadt wildern die Nashornhornjäger. Wer steckt dahinter?

Sie waren schnell wie der Blitz, nahmen fünf Stiegen auf einmal. Nie im Leben hätte die Rezeptionistin des Dorotheums die Räuber einzubremsen vermocht. Mehrere Male wandte sie den Kopf, spürte den Luftzug der vorbeisausenden Gestalten. Haltet den Dieb!

Das Auktionshaus in der Dorotheergasse ist kein Ort der hastigen Bewegungen. Hunderte Gemälde und Skulpturen werden in dem Palais in der Wiener Innenstadt jährlich verkauft, auch Münzen, Reisewecker und Teddybären. Vorsichtig heben die Experten in den Stunden vor den Auktionen die Objekte aus den Vitrinen. So können die Kunden die Waren besser begutachten.

Am 7. November wurden zwei englischsprachige Herren vorstellig und ließen sich Rhinozeroshörner zeigen. Sie nahmen die langen, mehrere Kilo schweren Dinger in die Hand, dann passierte das, was Simon Weber-Unger noch immer entsetzt. "Wir sind schockiert über diese kriminelle Energie“, sagt der Experte

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