Neue Bücher

Feuilleton | aus FALTER 46/11 vom 16.11.2011

Kurz besprochen: zum 200. Todestag am 21.November: Bücher von und zu Heinrich von Kleist

Roman

Elisabeth Plessen: Kohlhaas. Roman. Berlin Verlag, 313 S., € 22,70

Querulant und Dummkopf, Schuldigen und Sündenbock nennt Elisabeth Plessen in ihrem Roman von 1979 jenen Hans Kohlhaas, dem Heinrich von Kleist den Vornamen Michael verpasste. "Kohlhaas“ wurde zum Schlager der Buchsaison, die Medien rissen sich um die 35-jährige Autorin, die nicht nur gegen ihren eigenen Erfolg mit "Fragen an den Adel“ (1976) anschrieb, sondern auch gegen ihr Vorbild Heinrich von Kleist, der im ganzen Buch nur einmal erwähnt wird.

Gut 30 Jahre nach Erscheinen wiederaufgelegt, gibt dieser historische Roman, der seiner Entstehungszeit gemäß auch sein Making-of und seine Poetik offenbart, eher Auskunft über die Post-68er-Zeit und den Nachhall des Terrors der RAF und deren Guerillataktik als über das 16. Jahrhundert. Kohlhaas wird zum Alter Ego seiner Autorin, die sich, anders als Kleist, eng an die Quellen


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige