7 Sachen die Sie über das Wiener Kaffeehaus eventuell nicht wussten

Stadtleben | aus FALTER 46/11 vom 16.11.2011

Wie kann die Wiener Kaffeehauskultur als Weltkulturerbe gelten?

Vergangene Woche hat die Unesco die hiesige Kaffeehaustradition in die Kategorie Gesellschaftliche Praktiken aufgenommen und als solche zum immateriellen Weltkulturerbe und als erhaltenswert erklärt.

Schon gehört. Bloß, wie kann eine Tradition zum Weltkulturerbe werden?

Zum einen, indem der Klub der Wiener Kaffeehausbesitzer um Aufnahme angesucht hat. Zum anderen, weil in Wien die Kaffeehauskultur tatsächlich einen besonderen Stellenwert hat und in ihrer Form einzigartig ist.

Wollte man dadurch das Rauchverbot umgehen?

Faktum ist, dass etwa das Traditionscafé Hawelka wegen des Rauchverbots große Einbußen verzeichnet und deshalb um Denkmalschutz angesucht hat, um es zu umgehen.

Hat’s geklappt?

Nein. Man munkelt aber, dass die Unesco-Anerkennung ein weiterer Versuch gewesen sein soll, um eine Ausnahmeregelung zu erwirken. Weit gefehlt, sagt jedoch Maria Walcher, Leiterin der Österreichischen Unesco-Kommission.

Sondern?

Die Aufnahme sei eine reine Verbeugung vor der Kultur.

Und was ist nun das Schützenswerte?

Etwa, dass die Tradition bis ins 17. Jahrhundert zurückreicht. Auch seien die mehr als 1000 Kaffeehäuser ein Ort, in dem Zeit und Raum konsumiert werden, aber nur der Kaffee verrechnet wird. Sprich, nur in Wien gibt’s das Glaserl Wasser dazu.

Bringt es was, Weltkulturerbe zu sein?

Nun, die Wiener Kaffeehausbesitzer hoffen etwa auf eine Öffnungserlaubnis ab 4 Uhr, die derzeit nur mit Ausnahmegenehmigung möglich ist. Der neue Status könnte da helfen.


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