Prost!

Weder süß noch fruchtig: ein Getränk, das aus dem Wald kommt

Lexikon der Getränke. Diese Woche:

Stadtleben | aus FALTER 46/11 vom 16.11.2011

Wostok ist eine alkoholfreie Limonade, die angeblich bereits 1979 unter dem Namen Baikal in der Sowjetunion über die Ladentische gereicht wurde. Das wird zumindest auf der recht aufwendig und liebevoll gestalteten Website des "neuen“, in Berlin Kreuzberg angesiedelten Besitzers behauptet. Allerhand Schabernack ist auf den kleinen Propaganda- sprich Werbefilmen zu sehen - historisches Filmmaterial wird hier originellerweise mit den "Insignien“ der Limo bearbeitet und ein Paradies der Erfrischung geschaffen, das schließlich durch die Invasion der Softdrinks des Westens ein jähes Ende ereilt. Angesichts der Zutaten musste man auch gehörig in die Werbetrommel greifen: Tannenzapfen, Eukalyptus und Taigawurzel zählen nicht unbedingt zu den Topcharts der trinkbaren Ingredienzien. Und wohl bekomm’s! Manchmal zahlt sich die Investition in ein kleines geschmackliches Abenteuer doppelt und dreifach aus.

Endlich ein Getränk, das nicht nach Obst, Gemüse oder Schwarztee schmeckt. Die Note Eukalyptus drängt sich nicht auf, sondern unterstreicht die ätherisch frische Note der Tannenzapfen. Grundlage für das vornehm gesüßte Waldgetränk ist ein fermentiertes Malzgemisch, die poetisch anmutende Borstige Taigawurzel (auch Sibirischer Ginseng) ist wohl dazu da, um dem Ganzen eine bittere und tonisierende Note zu geben. Im Gasthaus Nordpol (Wien 2) ist das in Glasflaschen abgefüllte und grafisch schön aufgemachte Getränk zu einem wohlfeilen Preis zu haben. ms


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