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Falter & Meinung | Armin Thurnher | aus FALTER 47/11 vom 23.11.2011

Es ist kaum mehr als eine Woche her, da brachen Christopher Wurmdobler und sein Partner Thomas Seidl wie jedes Jahr im Herbst auf, um griechischen Freunden bei der Olivenernte zu helfen.

Vergangene Woche erreichte uns die schockierende Nachricht, Thomas Seidl sei auf diesem Urlaub tödlich verunglückt, ertrunken. Nähere Umstände sind nicht bekannt, sie sind auch nicht mehr so wichtig. Thomas Seidl war in Wien bekannt als "Herr Tomtschek“, Matthias Dusini würdigt ihn in einem Nachruf (Seite 32).

Unter dem Pseudonym "Jakob Kreuzfeld“ hat er für dieses Blatt auch das Kreuzworträtsel gestaltet, auf eine Weise, die gewiss für ihn typisch war. Als er vor dem Relaunch hörte, dass wir gern ein solches Rätsel hätten, es aber ein besonderes sein sollte, das sich womöglich auf das Blatt beziehen müsste, erklärte er sich spontan bereit, die Sache zu übernehmen.

Seither hat er kein einziges Rätsel ausgelassen, und stets reagierte er auf den aktuellen Falter. Thomas Seidl hinterlässt also nicht nur in der Stadt, sondern auch in diesem Blatt eine Lücke.

Es ist alles lächerlich, wenn man an den Tod denkt, sagte bekanntlich Thomas Bernhard. Aber meist zieht man es vor, an das Lächerliche zu denken und nicht an den Tod. Weil der, wenn er kommt, nicht nur den sprachlos macht, den er besucht, sondern auch alle rundum, die sich dann bei fremden Worten bedienen müssen.

Thomas Seidl war ein Guter. Wo immer er ist, wir wünschen ihm das Beste; den Hinterbliebenen, vor allem seinem Partner Christopher, gilt unser Mitgefühl.


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