Meinesgleichen

Faymanns fataler Facebook-Fehler

Falter & Meinung | aus FALTER 47/11 vom 23.11.2011

Der österreichische Bundeskanzler hat einen Facebook-Auftritt. Als Staatsbürger möchte ich hoffen, dass er keine Zeit hat, sich selbst darum zu kümmern. Weil er sich nämlich permanent in irgendwelchen Meetings oder telefonierend in Transportmitteln zu befinden hat, die ihn zum nächsten Meeting bringen. Ein Kanzler, der Zeit hätte, Social Media zu bespielen, wäre ein Staatsproblem. Einer, der sich keiner Dienstleister bedienen würde, das zu tun, wäre blöd. Dass Werner Faymann bei beidem offenbar fest in den Napf getreten ist, lässt sich nicht überhören.

Das Meerschwein quiekt in schrillem Chore. Warum quiekt es? Weil offenbar Fans gefälscht werden, weil neben einer üppigen Zahl von Mitarbeitern Agenturen bemüht werden, um Fans zu Faymann zu locken oder deren Existenz überhaupt vorzutäuschen. Was man halt gewerbsmäßig im Netz so treibt. Facebook ist ja eine Geschäftsidee unter reger Beteiligung von Milliarden Meerschweinchen, denen nichts wichtiger ist, als sich gegenseitig an ihrem Dasein, Sosein und vor allem an ihrer Überzahl zu berauschen. Dass sie ihre Identität auf dem Altar einer Geschäftsidee darbringen, ist ihnen wurscht. Und Firmen, die davon leben, Facebook zu manipulieren, beklagen, jemand, der ungeschickt manipuliere, handle unethisch und habe Social Media nicht verstanden. Soll heißen: Er hat die falsche Firma beauftragt! Das Meerschwein selbst wehrt sich auf ethisch korrekte Art: mit einem gefälschten Faymann-Account.


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