Am Apparat

Kriege ich den Augustin auf Adventmärkten, Herr Keskin?

Telefonkolumne

Politik | Interview: Joseph Gepp | aus FALTER 47/11 vom 23.11.2011

Ein "Missverständnis“ nennt Akan Keskin, Chef der Wiener Marktfahrer und Organisator großer städtischer Christkindlmärkte, das angebliche Platzverbot für Verkäufer der Obdachlosenzeitung Augustin. Der Falter fragte nach.

Herr Keskin, dürfen Augustin-Verkäufer jetzt auf Christkindlmärkten ihre Zeitung verkaufen oder nicht?

Auf den Märkten, die wir veranstalten, dürfen sie es. Der Verkauf des Augustin war niemals verboten und wird es auch jetzt nicht sein.

Es handelt sich also um ein Missverständnis. Wie ist es dazu gekommen?

Ich habe einer Dame vom Augustin angeboten, sie solle eine karitative Hütte buchen, die wir zur Verfügung stellen. Dort wäre es nicht so kalt und man könnte auch andere Produkte verkaufen. Andere karitative Organisationen wie die Kinderkrebshilfe und das Rote Kreuz machen das auch.

Und wo war das Problem?

Es gibt laut Marktordnung einen Bescheid, wonach wir keine Fremdwerbung machen dürfen. Das habe ich der Dame ebenfalls gesagt. Ich habe geglaubt, das gilt auch für den Augustin. Das war ein Missverständnis von mir. Sie hat es interpretiert, als gäbe es ein Augustin-Verbot am Christkindlmarkt.

Warum gibt es eine Ausnahme für den Augustin?

Das Marktamt sagt es. Der Augustin ist nicht wie ein kommerzieller Unternehmer zu betrachten, also wie unsere anderen Werbe- und Kooperationspartner.

Wer dürfte ein solches Augustin-Verbot überhaupt verhängen?

Zuständig ist die Magistratsabteilung 59 (das Marktamt, Anm.).

Welche Christkindlmärkte organisieren Sie als Chef der Marktfahrer in Wien?

Ich mache den Rathausplatz, die Fußgängerzonen in Favoriten und Meidling und den Platz an der Mariahilfer Straße vor der Kirche.

Und für die anderen Adventmärkte in Wien können Sie nicht sprechen?

Nein, das kann ich nicht.


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