Handy oder Stimmrecht

Politik | Gespräch: Wolfgang Zwander | aus FALTER 47/11 vom 23.11.2011

Der Publizist und Philosoph Richard David Precht über die Occupy-Bewegung, die Zeit nach der Finanzkrise und den Grund, warum Siege dumm machen

Richard David Precht schreibt populärphilosophische Bücher, die in den Bestsellerlisten ganz nach oben klettern und sich dort für Monate halten. Er kann Philosophie mit dem Geschmack des Massenpublikums vereinen. Anfang Dezember ist er in Wien.

Falter: Herr Precht, kein anderer deutscher Philosoph ist in der Öffentlichkeit so präsent wie Sie. Fühlen Sie sich beleidigt, wenn man Sie "Medienphilosoph“ nennt?

Richard David Precht: Das ist mir egal. Es gibt die Position, dass Philosophen die große Öffentlichkeit scheuen sollten. Ich verstehe mich da eher in der Tradition von Aufklärungsphilosophen wie Rousseau und Montesquieu, die mit Raffinesse um die Gunst und die Aufmerksamkeit des Publikums gebuhlt haben, um ihre Ideen unter die Menschen zu bringen.

Wie soll sich Ihrer Meinung nach die Philosophie zur Macht verhalten?

Precht: Seit Platons


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