"Misshandelt, nicht missbraucht“

Politik | Bericht: Wolfgang Zwander | aus FALTER 47/11 vom 23.11.2011

Nonnen sollen behinderte Kinder misshandelt haben. Der Orden hält mit Spitzfindigkeiten dagegen

Als Marietta Singer am 28. Oktober dieses Jahres die Fernsehnachrichten sah, begann sie in ihrem Rollstuhl vor Wut zu zittern. Die Sendung "Tirol Heute“ berichtete von einem Mann, der im Elisabethinum, einem kirchlichen Heim für Menschen mit Behinderung, als Kind und Jugendlicher von Nonnen missbraucht und misshandelt worden war. Singer meinte, die Identität des anonymisierten Mannes zu kennen. Sie hatte im Alter von zwei bis 16 Jahren im selben Heim gelebt wie der Betroffene. Und auch ihr Alltag sei geprägt gewesen von Schikanen, Schlägen und Missbrauch, kurz: von Kindesmisshandlung.

Was die 45-Jährige so wütend machte, war die Reaktion des Seraphischen Liebeswerks der Kapuziner, die das Heim betreiben. Man habe keine Ahnung von Missbrauchsfällen gehabt, lautete im ORF-Bericht die Stellungnahme der Geschäftsführung. Dabei hatte die Heimleitung bereits im Sommer 2010 Kenntnis von Singers


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