Jelinek: "Systematisch geschlagen und schlimme verbale Demütigungen“

Politik | Interview: Joseph Gepp | aus FALTER 47/11 vom 23.11.2011

Wie alltäglich Gewalt an Kindern in den 50er-Jahren war, zeigen die Erfahrungen der Schriftstellerin Elfriede Jelinek. Dem Falter stand die Literaturnobelpreisträgerin schriftlich Rede und Antwort. Als Fünfjährige erlebte sie im Sankt-Anna-Kinderspital Dinge, die sie nicht vergessen hat. Jelineks Ausführungen zeigen einen Aspekt der Missbrauchsdebatte, der bisher nicht thematisiert worden ist: jenen der Gewalt im Spitalswesen.

Falter: Frau Jelinek, was ist Ihnen im Sankt-Anna-Kinderspital geschehen?

Elfriede Jelinek: Als fünfjähriges Kindergartenkind bin ich mit Scharlach auf der Isolierstation des Sankt-Anna-Kinderspitals gelegen und wurde dort mit systematischer Gewalt vonseiten der älteren Krankenschwestern behandelt, vielleicht weil mir das gesundheitlich hätte nützen sollen.

Wie sah diese systematische Gewalt aus?

Jelinek: Ich bin systematisch geschlagen worden, weil ich einmal Durchfall gehabt und ins Bett gemacht hatte. Ich habe schlimme verbale Demütigungen und andere schöne

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