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Pressekolumne

Medien | Nina Horaczek | aus FALTER 47/11 vom 23.11.2011

Sie sind die "iPhone-Bande“, die "Teeny-Räuber“, die "Brutalo-Kids“, die "Babyface-Gangster“ oder nur der "Schrecken der Donaustadt“. Eine neunköpfige Gruppe tschetschenischer Jugendlicher, die in Österreich Asyl erhalten hatten, wurde von der Polizei geschnappt, nachdem sie zahlreiche Jugendliche überfallen und ihnen Handys und Bargeld abgenommen hatten. Darüber berichteten Kronen Zeitung und Österreich vergangene Woche.

Das sind keine harmlosen Burschen, sondern Jugendliche mit viel krimineller Energie. Aber darf man deshalb Bilder dieser neun 14- bis 16-Jährigen abdrucken, wie es Krone und Österreich gemacht haben? "Im Sinne der Strafrechtspflege ersucht die Polizei um Veröffentlichung der Porträts der neun des Straßenraubs verdächtigten Wiener“, steht als Bildtext darunter. Natürlich haben weitere Opfer das Recht auf Information. Aber haben nicht gerade Jugendliche, für die auch die Unschuldsvermutung gilt, das Recht, nicht gebrandmarkt, sondern resozialisiert zu werden?


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