"American Passages“ von Ruth Beckermann: ein Vexierspiel aus markanten Gesichtern und Geschichten

Feuilleton | Joachim Schätz | aus FALTER 47/11 vom 23.11.2011

In dieser Nacht wird Bedeutenderes gefeiert als eine gewonnene Präsidentschaftswahl: "We’re free!“, jubelt ein Obama-Unterstützer bei einer Straßenfeier in Harlem am 4. November 2008. Ruth Beckermanns "American Passages“ setzen mit der Wucht dieses historischen Augenblicks in der westlichen Welthauptstadt New York ein.

Die dokumentarische Neugier des Films gilt in der Folge aber der Peripherie, dem Süden und Westen der USA zwischen Georgia und Nevada, und einem Alltag, in dem sich Freiheit, Gleichheit und "pursuit of happiness“ nicht plötzlich erfüllen, sondern Gegenstand permanenter Anstrengung sind. Eine Inhaftierte - ehemals Junkie und Prostituierte - berichtet von ihren Plänen, ein besserer Mensch zu werden. Ein Obdachloser in Las Vegas überlebt vom Geld, das in Spielautomaten zurückgelassen wurde. Die Teilnehmer einer Auktion, bei der gepfändeter Hausrat zu ersteigern ist, gerieren sich als Glücksritter der Rezession.

Diese und Dutzende weitere Miniaturen aus den USA


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