Die Magie des Nachmittags

Feuilleton | Lektüre: Wolfgang Kralicek | aus FALTER 47/11 vom 23.11.2011

Déjà-vus und andere Abenteuer: ein Band mit unbekannten Texten von Wolfgang Bauer

Zu Wolfgang Bauer fällt einem als Erstes der Stücktitel "Magic Afternoon“ ein. Als zweites Graz, die Heimat des 2005 verstorbenen Dramatikers. Und dann gleich der Exzess, das mit Graz und seinen Dichtern in den 60er- und 70er-Jahren untrennbar verbundene Lebensprinzip.

Als 1988 der Grazer Theaterregisseur Horst Zankl starb - er hatte einst die Uraufführung von "Magic Afternoon“ inszeniert -, schrieb Bauer für das deutsche Magazin Theater heute einen Nachruf. "Zu Zankls Begräbnis in Graz erschienen zahlreiche gute Freunde aus der Theaterwelt. In der Feuerhalle wurde eines seiner heiteren Lieblingslieder gesungen. Die Sonne schien plötzlich grell in den nüchternen Raum. Nach der Verabschiedung trank ich mit Alfred Kolleritsch eine Flasche Obstler. Ich wurde in eine Rauferei verwickelt und landete für ein paar Stunden in einer Zelle des Grazer Polizeigefängnisses. Es war wie eine unbewusste Sympathiekundgebung


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