Seine Allmächtige Vortrefflichkeit

Feuilleton | Rezension: Sigrid Löffler | aus FALTER 47/11 vom 23.11.2011

Ngugi wa Thiong’o hat mit "Herr der Krähen“ den Afrikaroman des 21. Jahrhunderts geschrieben

Der Diktatorenroman ist zwar eine lateinamerikanische Erfindung, er lässt sich aber sehr gut auch nach Afrika verpflanzen. Der größenwahnsinnige Despot, der sich nur "Ich, der Allmächtige“ nennt; der ewig herrschende, in seinem Palast sich verkriechende Patriarch; der brutale Caudillo, genannt "Der Ziegenbock“, der seine Feinde an die Krokodile zu verfüttern pflegt - sie alle sind mythische Tyrannengestalten in den lateinamerikanischen Großromanen von Roa Bastos bis García Márquez und Vargas Llosa, changierend zwischen magischem Realismus und Groteske.

Ihr afrikanisches Gegenstück gewitterte bereits als "Big Man“ durch V.S. Naipauls Kongo-Roman "An der Biegung des großen Flusses“. Jetzt jedoch hat der afrikanische Prototyp des Gewaltherrschers nach lateinamerikanischem Muster die weltliterarische Bühne betreten: "Seine Allmächtige Vortrefflichkeit“, der Herrscher des fiktiven


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